Wir sprechen viel über Verantwortung. Wir übernehmen sie, fordern sie von anderen oder weisen sie zu. Und gerade deshalb entstehen rund um Verantwortung so viele Missverständnisse.
Dynamische Verantwortung beginnt nicht mit der Frage: Wer ist verantwortlich?
Sie beginnt mit der Frage: Was ist die Wirklichkeit?
Denn wir können nicht für alles verantwortlich sein, was geschieht. Vieles können wir nicht beeinflussen. Entscheidend ist deshalb, den eigenen Handlungsspielraum zu erkennen: Was kann ich in dieser Wirklichkeit tatsächlich entscheiden und verändern?
Wo Handlungsspielraum besteht, entsteht Freiheit. Freiheit bedeutet dabei nicht, alles tun zu können. Sie bedeutet, zwischen Möglichkeiten entscheiden zu können.
Hier gehört auch Ownership zur Dynamischen Verantwortung: Ich erkenne meinen Anteil und meinen Handlungsspielraum an. Ich übernehme Verantwortung für meine Entscheidung und bringe sie ins Handeln.
Doch Verantwortung endet nicht mit dem Handeln. Jede Entscheidung hat Folgen. Wir können sie nicht immer vorhersehen, aber wir können uns ihnen stellen, aus ihnen lernen und Verantwortung für den nächsten Schritt übernehmen.
Auch Schuld darf dabei nicht einfach ausgeblendet werden. Wo tatsächlich Schuld entstanden ist, gehört sie zur Wirklichkeit. Entscheidend ist, sie zu analysieren, daraus zu lernen und neue Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
Denn die Folgen unseres Handelns schaffen eine neue Wirklichkeit. Und in dieser beginnt Verantwortung erneut.
So entsteht der Dynamische Verantwortungskreislauf:
Wirklichkeit → Handlungsspielraum → Freiheit → Entscheidung → Handeln → Folgen → neue Wirklichkeit
Dynamische Verantwortung ist deshalb keine Aufforderung, für alles Verantwortung zu übernehmen. Sie bedeutet, den eigenen Handlungsspielraum zu erkennen, ihn verantwortlich zu nutzen und sich den Folgen des eigenen Handelns zu stellen.
Wir können nicht alles bestimmen, was geschieht. Aber wir können Verantwortung dafür übernehmen, was wir aus unserem Handlungsspielraum machen.